Wert

Was ich gebe, verschenke ich.

Ich erlebe das Leben an sich als Geschenk. 

Alles, was ich erlebe, ist Geben und Nehmen in einem. 

Ich empfange, was ich weitergebe, und  erlebe es gleichzeitig. 

Ich bin voller Dank für die Gnade der Gaben, die ich empfangen und weitergeben darf.

 

 

Du bestimmst den Wert.

Nimm mein Geschenk als Möglichkeit, bewusst zu experimentieren.

Du könntest...

...Dich beschenken lassen. Nimm offenherzig und  dankbar an. Spüre, dass Du es wert bist, beschenkt zu werden. 
... den Wert dessen, was Du erhältst, in Dir ermitteln. Schenke etwas zurück, was Deiner Meinung nach einen ähnlichen Wert besitzt. 
... Dich führen lassen von Deiner Dankbarkeit und geben, was Dein Herz geben will. 
...  heute kleinlich sein. Gib deutlich weniger, als Du in Dir als Wert ermittelst. 
... heute großzügig sein. Gib deutlich mehr, als  Du in Dir als Wert ermittelst. 

... vergleichen: Was ist meine Arbeit wert im Vergleich zu Deiner?

 

Beobachte und erlebe Dich bewusst.

Wer möchtest Du heute sein?

Wie möchtest Du Dich jetzt fühlen?

Als wer gehst Du Deinen nächsten Schritt?

Was löst diese Entscheidung in Dir aus?

Experimentiere und fühle, was in Dir geschieht. 

Höre, welche Stimmen sich in Dir zu Wort melden.

 

 

Mein Prozess

Ich habe gelernt, meinen und Deinen Wert in Stundenlöhnen und Gehältern zu messen.

Ich habe mich gefangen in einem Denksystem der Hierarchien, das auf Angst basiert:

Ich bin, was ich leiste. 

Mein Wert hängt davon ab, was Du mir gibst. 

Meinen Wert bestimmst Du. 

Ich mache mich abhängig von Dir.  

Ich strenge mich an, möglichst gut zu arbeiten,

um möglichst viel zu bekommen, um möglichst viel wert zu sein.

Damit bleibe ich ein braves Kind, das erfüllt, was von mir erwartet wird, um geliebt und wertgeschätzt zu werden. 

Mich treibt die Angst, nicht wert zu sein, damit Nichts zu sein und zu verschwinden. 

Letztendlich ist es meine Angst vor dem Tod, die mich treibt. 

Bleibe ich in dieser Rolle, werde ich meinen wahren Wert nicht erkennen. 

 

Wer bin ich ohne Arbeit und ohne Geld?

Wer bin ich, wenn ich kein Teil dieses Systems bin?

 

Meinen wirklichen Wert

erkenne ich erst, 

wenn ich mich vollständig aufrichte 

und vor mir selber

schuld- und schamlos gerade stehe.

 

Alles, was ich denke

alles, was ich tue

alles, was ich bin

fließt im Einklang

mit meinem Herzen. 

Jetzt bin ich, 

die ICH BIN.

 

Mein Wert ist unermesslich. 

Was ich für uns Menschen gebe ist mein Sein. 

Ich schenke mich.

 

Ich lebe die Vision einer Gemeinschaft, in der wir Menschen uns gegenseitig beschenken,

denn das ist der schönste Ausdruck von Wertschätzung, Bewunderung und bedingungsloser Liebe.

 

Es ist der große Atem, dem wir uns hingeben dürfen:

 

Ich atme aus. 

Ich sorge für Dich.

Ich achte darauf, dass es Dir gut geht und Du alles hast, was Du benötigst. 

Ich diene Dir, indem ich Dir gebe, was Du Dir wünschst.

Ich gebe mich Dir hin.

 

Ich atme ein.

Ich lasse mich versorgen.

Ich nehme Deine Geschenke an. 

Ich teile mit, was ich mir wünsche und nehme Deine Dienste für mich an.

Ich bade in Deiner Hingabe.

 

Ich gebe mich diesem Zyklus des Atmens hin

und vertraue in uns Menschen und in das Leben. 

 

Auszuatmen, indem ich für die Menschen um mich herum sorge,

darauf achte, dass es ihnen gut geht und sie alles haben was sie benötigen, 

ihnen so zu dienen nährt mich deutlich mehr

als für mich alleine zu sorgen aus der Angst heraus, nicht genug zu bekommen. 

 

Es liegt bei Dir, den Wert meines Geschenkes für Dich zu erkennen. 

Es liegt bei mir, den Wert Deines Geschenkes für mich zu erkennen.

 

Wenn wir uns aufgerichtet haben und uns erkennen, wird Geben und Nehmen Eins. 

Dank ist nicht mehr nötig, denn sowohl Schenken als auch Beschenken lassen

drückt die Liebe aus, die ICH BIN. 

Und was ICH BIN ist Ausdruck meiner Liebe. 

 

Davon lebe ich

Ich lebe von dem, was du gibst.

Es fühlt sich für mich an wie Stagediving:

Ich werfe mich in die Menge und weiß immer, dass genügend Hände da sind, die mich tragen. 

Dieses Wissen ist das Ergebnis meines Prozesses zum Thema Nahrung und Ernährung.

Immer wieder stelle ich mir die Frage: Was brauche ich wirklich?

Aus welchem Gedanken kommt die Idee, dass ich brauche?

Ist der Gedanke wahr?

 

Ich versorge unsere zwei Söhne gemeinsam mit ihren Vätern.

Auch sie sind Teil meines Prozesses:

Was brauchen unsere Söhne?

Was möchte ich, dass unsere Söhne erleben?

Wie sorge ich für sie?

Schaffe ich ihnen ein Feld von Mangel oder Fülle?

 

 

 

Wenn Du Dich näher mit dem Thema Wert und Geld beschäftigen möchtest, empfehle ich Dir folgende Links:

 

 

 

Die Allegorie von Himmel und Hölle 

 

Rav Haim von Romshishok war ein Wanderprediger.

Er reiste von Stadt zu Stadt und sprach in seinen Predigten immer wieder von der Wichtigkeit, den Mitmenschen zu lieben und ihm Respekt zu zollen.

Seine Reden begann er oft mit den Worten: „Einst stieg ich zu den Firmamenten auf.

Zuerst besuchte ich die Hölle und der Anblick war schrecklich.

Tischreihen um Tischreihen waren überladen von köstlichsten Speisen.

Dennoch waren die Menschen, die reihum saßen, abgezehrt und blass, und ihre Mägen knurrten vor Hunger.

Als ich näher kam, verstand ich die missliche Lage, in der sie sich befanden.

„Jeder hielt einen großen Löffel in seiner Hand. Doch ihre Arme waren mit länglichen Holzstücken geschient, sodass sie ihre Gelenke nicht beugen konnten, um die Löffel zum Mund zu führen. Es brach mir das Herz, das gequälte Stöhnen dieser armseligen Menschen zu hören, die den Speisen so nah waren, aber sich nicht satt essen konnten.

 

Als nächstes ging ich in den Himmel.

Und ich war überrascht, die gleiche Szene vorzufinden, die ich in der Hölle gesehen hatte.

Tischreihen um Tischreihen, voll beladen mit den köstlichsten Speisen.

Doch im Gegensatz zur Hölle saßen die Menschen hier im Himmel zufrieden um die Tafeln herum, unterhielten sich freundlich und hatten sich offensichtlich an ihren opulenten Köstlichkeiten satt gegessen.

Als ich mich ihnen näherte, war ich erstaunt, dass auch ihre Arme auf die gleiche Weise wie in der Hölle, mit Hölzern geschient waren, sodass auch sie Ellbogen und Handgelenk nicht beugen konnten.

Wie also schafften sie es zu essen?

Ich beobachtete sie eine Weile und sah, wie ein Mann seinen Löffel in eine Speise vor sich auf dem Tisch tauchte.

Dann streckte er seinen Arm aus und fütterte den Mann, der ihm gegenüber saß!

Der Empfänger dieser Freundlichkeit dankte ihm und gab sie zurück, indem er wiederum seinen Wohltäter fütterte.

Ich verstand plötzlich: Himmel und Hölle bieten die gleichen Umstände und Bedingungen.

Der einzige Unterschied besteht darin, wie sich die Menschen gegenseitig behandeln.

 

Ich lief in die Hölle zurück, um den armen Hungernden meine Erkenntnis mitzuteilen.

Ich flüsterte einem Mann ins Ohr: „Du musst nicht mehr hungern!

Benutze deinen Löffel, um deinen Nachbarn zu füttern; er wird dir sicher das Gleiche tun und dir Essen geben.“

"Du erwartest, dass ich diesen verabscheuungswürdigen Menschen mir gegenüber füttere?" erwiderte der Mann zornig.

"Ich würde eher verhungern als ihm zu essen zu geben!"

 

Dann verstand ich die Weisheit des Herren in seiner Wahl, wer des Himmels oder der Hölle würdig ist.“